DEUTSCH VERSTEHEN

Behördendeutsch: 40 wichtige Begriffe einfach erklärt

Ein praktisches Glossar für häufige Wörter und Formulierungen in Schreiben von Behörden, Jobcenter, Familienkasse und anderen Institutionen.

So verwenden Sie diese Seite: Suchen Sie den unbekannten Begriff und lesen Sie danach den vollständigen Satz im Originalbrief. Die Erklärungen helfen beim Sprachverständnis, ersetzen aber keine rechtliche Bewertung eines konkreten Schreibens.

1. Frist

Ein Zeitraum oder letzter Termin, bis zu dem eine Handlung erwartet wird. Notieren Sie nicht nur das Datum, sondern auch, was bis dahin erledigt werden soll.

Beispiel: „Bitte reichen Sie die Unterlagen bis zum 30. September ein.“ Das Datum gehört hier zur Einreichung der verlangten Unterlagen.

2. Bescheid

Eine behördliche Entscheidung zu einem bestimmten Vorgang. Prüfen Sie Ergebnis, Zeitraum, Beträge, Begründung und Hinweise zu möglichen Rechtsbehelfen.

3. Nachweis

Ein Dokument oder eine Information, die eine Angabe belegt, zum Beispiel eine Bescheinigung oder ein Kontoauszug. Prüfen Sie genau, welcher Nachweis und welcher Zeitraum verlangt werden.

4. Aktenzeichen

Die Kennzeichnung einer Akte oder eines Verfahrens. Übernehmen Sie das Aktenzeichen möglichst unverändert in Ihre Antwort, damit diese schneller zugeordnet werden kann.

5. Kundennummer

Eine Nummer, mit der eine Stelle Sie einem Kunden- oder Verwaltungsvorgang zuordnet. Sie kann sich von Aktenzeichen, BG-Nummer oder Vorgangsnummer unterscheiden.

6. Vorgangsnummer

Eine Kennzeichnung für eine einzelne Anfrage oder Bearbeitung. Wenn sie im Schreiben genannt wird, ist sie bei einer Rückfrage meist eine hilfreiche Referenz.

7. Anhörung

Die Gelegenheit, sich vor einer möglichen Entscheidung zu einem Sachverhalt zu äußern. Prüfen Sie genau, zu welchem Punkt eine Erklärung erwartet wird und welche Frist genannt ist.

8. Mitwirkung

Das Mithelfen bei der Klärung eines Vorgangs, beispielsweise durch Angaben oder Unterlagen. Entscheidend ist die konkrete Aufforderung im Schreiben.

9. Widerspruch

Ein förmlicher Rechtsbehelf gegen bestimmte Entscheidungen. Ob und wie ein Widerspruch möglich ist, ergibt sich aus dem konkreten Bescheid und den dort genannten Hinweisen.

10. Anlage

Ein Dokument, das einem Schreiben beigefügt ist. Kontrollieren Sie beim Empfang und Versand, ob angekündigte Anlagen tatsächlich vorhanden sind.

11. Rückmeldung

Eine Antwort oder Nachricht zu einer Anfrage. Prüfen Sie, welcher konkrete Punkt beantwortet werden soll und ob dafür ein Termin genannt wurde.

12. Bestätigung

Eine Mitteilung, die einen Vorgang oder Sachverhalt bestätigt. Eine Eingangsbestätigung bedeutet beispielsweise nur, dass etwas eingegangen ist – nicht automatisch, dass einem Antrag zugestimmt wurde.

13. Erstattung

Die Rückzahlung eines Betrags. Prüfen Sie, wer wem welchen Betrag für welchen Zeitraum erstatten soll.

14. Fälligkeit

Der Zeitpunkt, zu dem eine Zahlung zu leisten ist. Die Fälligkeit ist nicht zwangsläufig identisch mit Rechnungs- oder Briefdatum.

15. Mahnung

Eine Aufforderung, eine aus Sicht des Absenders ausstehende Zahlung zu leisten. Vergleichen Sie Betrag, ursprüngliche Forderung, Zeitraum und bereits erfolgte Zahlungen.

16. Antrag

Eine Bitte an eine zuständige Stelle, über ein Anliegen oder eine Leistung zu entscheiden. Prüfen Sie, ob dafür ein bestimmtes Formular und bestimmte Nachweise vorgesehen sind.

17. Bewilligung

Die Zustimmung zu einem Antrag oder einer beantragten Leistung. Achten Sie darauf, was genau bewilligt wurde und für welchen Zeitraum.

18. Ablehnung

Die Entscheidung, einem Antrag nicht oder nicht vollständig zu entsprechen. Lesen Sie die Begründung und Hinweise zum weiteren Vorgehen sorgfältig.

19. Vollmacht

Eine Ermächtigung, mit der eine andere Person in einem bestimmten Umfang in Ihrem Namen handeln darf. Entscheidend ist, wofür die Vollmacht gilt.

20. Bearbeitungsstand

Der aktuelle Fortschritt bei der Behandlung eines Vorgangs. Bei einer Nachfrage helfen Datum, Aktenzeichen und Referenz der ursprünglichen Anfrage.

21. Rechtsbehelfsbelehrung

Ein Abschnitt in einem Bescheid, der erklärt, welcher Rechtsbehelf grundsätzlich möglich ist und welche Form oder Frist dafür genannt wird. Lesen Sie diesen Teil besonders sorgfältig.

22. Stellungnahme

Eine schriftliche oder mündliche Erklärung zu einem bestimmten Sachverhalt. Antworten Sie möglichst konkret auf die Punkte, zu denen Ihre Stellungnahme verlangt wird.

23. Aufforderung

Die Bitte oder Anweisung, etwas Bestimmtes zu tun, zum Beispiel Unterlagen einzureichen oder eine Frage zu beantworten. Suchen Sie im Brief nach Handlung und Frist.

24. Aufforderung zur Mitwirkung

Ein Schreiben, in dem eine Behörde bestimmte Angaben oder Unterlagen zur weiteren Bearbeitung verlangt. Prüfen Sie die Liste einzeln und markieren Sie, was bereits vorhanden ist.

25. Nachreichung

Das spätere Einreichen eines Dokuments oder einer Information, die beim ersten Versand noch fehlte. Nennen Sie beim Nachreichen den ursprünglichen Vorgang und die beigefügten Dokumente.

26. Eingang

Der Zeitpunkt, zu dem ein Schreiben, Antrag oder Dokument bei einer Stelle angekommen ist. Eine Eingangsbestätigung kann helfen, den Erhalt zu dokumentieren.

27. Zuständige Stelle

Die Behörde, Abteilung oder Person, die für ein bestimmtes Anliegen verantwortlich ist. Wenn Sie unsicher sind, prüfen Sie Briefkopf, Kontaktangaben und Hinweise im Schreiben.

28. Zuständigkeit

Beschreibt, welche Stelle einen bestimmten Vorgang bearbeiten darf oder soll. Ein Hinweis auf fehlende Zuständigkeit kann bedeuten, dass Sie sich an eine andere Stelle wenden müssen.

29. Voraussetzung

Eine Bedingung, die erfüllt sein muss, damit etwas möglich ist oder geprüft werden kann. Lesen Sie, welche Voraussetzungen ausdrücklich genannt werden und welche Nachweise dazu verlangt werden.

30. Anspruch

Ein Begriff für ein mögliches Recht auf eine Leistung oder Handlung. Ob im konkreten Fall tatsächlich ein Anspruch besteht, ist eine rechtliche Frage und lässt sich nicht allein aus dem Wort im Brief ableiten.

31. Leistung

Eine Zahlung, Unterstützung oder andere Hilfe einer Stelle. Prüfen Sie Art, Höhe und Zeitraum der genannten Leistung.

32. Leistungszeitraum

Der Zeitraum, für den eine Leistung bewilligt, berechnet oder geprüft wird. Verwechseln Sie ihn nicht mit dem Datum, an dem der Bescheid erstellt wurde.

33. Änderung mitteilen

Die Aufforderung, relevante Veränderungen zu melden. Welche Änderungen gemeint sind, hängt vom jeweiligen Vorgang ab. Orientieren Sie sich an den konkreten Hinweisen der zuständigen Stelle.

34. Rückforderung

Die Forderung, einen zuvor gezahlten Betrag ganz oder teilweise zurückzuzahlen. Prüfen Sie Betrag, Zeitraum und Begründung sorgfältig und holen Sie bei rechtlichen Unklarheiten fachkundige Beratung ein.

35. Verrechnung

Ein Betrag wird mit einem anderen Betrag oder einer Forderung rechnerisch ausgeglichen. Prüfen Sie, welche Beträge miteinander verrechnet werden und wie sich das Endergebnis zusammensetzt.

36. Nachzahlung

Ein zusätzlicher Betrag, der nach einer Abrechnung oder Neuberechnung noch gezahlt werden soll. Prüfen Sie Zeitraum, Berechnung und Fälligkeit.

37. Auskunft

Eine Information zu einem Vorgang. Eine „Bitte um Auskunft“ bedeutet meist, dass bestimmte Angaben oder eine Erklärung benötigt werden.

38. Schriftlich

Wenn eine Stelle um eine schriftliche Antwort bittet, beachten Sie den im Schreiben genannten Übermittlungsweg. Je nach Vorgang können Brief, Formular, Portal oder andere Wege vorgesehen sein.

39. Unverzüglich

Ein formeller Begriff, der auf eine Reaktion ohne unnötige Verzögerung hinweist. Welche konkrete Bedeutung er im Einzelfall hat, kann vom rechtlichen Zusammenhang abhängen.

40. Erforderlich

Bedeutet in Verwaltungsschreiben meist, dass etwas für die Bearbeitung benötigt oder vorausgesetzt wird. Prüfen Sie im Satz, welches Dokument oder welche Handlung konkret als erforderlich bezeichnet wird.

Typische Formulierungen in Behördenbriefen

„Wir bitten um Übersendung …“
Die Stelle möchte, dass Sie die danach genannten Unterlagen oder Informationen einreichen.

„Bitte nehmen Sie hierzu Stellung …“
Sie sollen den genannten Sachverhalt aus Ihrer Sicht erklären.

„Zur weiteren Bearbeitung benötigen wir …“
Die Bearbeitung soll mit den danach genannten Angaben oder Dokumenten fortgesetzt werden.

„Unter Bezugnahme auf unser Schreiben …“
Der neue Brief bezieht sich auf eine frühere Nachricht. Vergleichen Sie beide Schreiben.

„Bitte beachten Sie die Frist …“
Prüfen Sie sofort, welches Datum genannt wird und welche Handlung bis dahin erwartet wird.

Behördenbrief in 5 Schritten lesen

  1. Absender erkennen: Welche Behörde oder Stelle schreibt?
  2. Vorgang zuordnen: Aktenzeichen, Kundennummer und Datum notieren.
  3. Aufgabe finden: Was sollen Sie konkret tun oder beantworten?
  4. Frist markieren: Bis wann wird eine Reaktion erwartet?
  5. Anlagen prüfen: Welche Dokumente liegen bei oder sollen nachgereicht werden?

Wenn ein Schreiben rechtliche, finanzielle oder sozialrechtliche Folgen haben kann und Sie die Bedeutung nicht sicher einschätzen können, holen Sie fachkundige Unterstützung ein.

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Stand: 14. September 2026. Redaktioneller Inhalt von Briefly. Die Erklärungen dienen dem allgemeinen Sprachverständnis und sind keine Rechtsberatung.